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Erhu (Huqin)

Erhu und Gaohu

Er-Hu ist ein zweisaitiges chinesisches Streichinstrument (Huqin), das im Westen oft als chinesische Kniegeige bezeichnet wird. Dieses Instrument besteht aus einer kurzen Rosenholz- oder Bambusröhre mit rundem, sechseckigem oder achteckigem Querschnitt, die als Resonanzkörper am vorderen Ende mit Schlangenhaut überzogen ist, sowie einem oben daran befestigten ca. 80 cm langen Hals.  Die beiden Metallsaiten (früher aus Seide) sind am unteren Ende des Schallkörpers eingehängt und über einen kleinen Steg in der Mitte der Schlangenhautmembrane bis zu je einem Wirbel am oberen Ende des Halses gespannt. Dabei durchlaufen sie noch einige in der oberen Hälfte an den Hals gebundene Seidenschnurschlaufen (Qian-Jin), die den schwingenden Teil der Saiten gegen die Wirbel abgrenzen, was in etwa der Funktion des Sattels bei den westlichen Streichinstrumenten entspricht. Es legt die Grundstimmung, in gewissem Maß auch den Klang des Instruments fest. In der Praxis wird auch noch der unterste Abschnitt der Saiten zwischen Einhängung und Steg bedämpft, um unerwünschte Flagioletttöne zu unterbinden. Der Bogen ist dem europäischen Geigenbogen ähnlich, die Rosshaarbespannung ist aber im Gegensatz zu diesem zwischen die beiden Saiten gespannt. So kann zwar der Bogen nicht vom Instrument abgehoben werden, dennoch sind beide Saiten einzeln oder auch gleichzeitig spielbar. Der Tonumfang beträgt ungefähr 3 Oktaven.

Wie bei den westlichen Streichinstrumenten gibt es auch in der Huqin-Familie – neben der Erhu – Schwesterinstrumente in verschiedenen Größen und Tonlagen: Sihu, Jinghu, Banhu, Gaohu, Zhonghu, um nur die wichtigsten zu nennen. Da diese Instrumente keine Bünde, ja nicht einmal ein Griffbrett besitzen, sind sie extrem schwer zu spielen: die Töne werden sozusagen in der Luft gegriffen. Andererseits kann so durch wohldosierten Fingerdruck eine reiche Palette an Vibrato-, Glissando- und Flagioletteffekten  hervorgebracht werden, was den Instrumenten eine unvergleichliche Flexibilität, Modulationsfähigkeit und Ausdruckskraft verleiht. Die Klangfarbe, besonders die der Erhu, erinnert dabei etwas an den menschlichen Gesang. 

Die Erhu entwickelte sich während der chinesischen Tang-Dynastie (618 – 907 n. Chr.) aus Vorläuferinstrumenten, die ihrerseits ihren Ursprung in Persien hatten. Damals wurde sie hauptsächlich in  Nordwestchina gespielt, während der Song-Dynastie (960 – 1279) war sie in Südchina sehr populär. Schon sehr früh avancierte die Erhu zu einem wichtigen Begleitinstrument in den chinesischen Lokalopern, seit der Yuan-Dynastie (1261–1368) wurde sie in der höfischen Musik verwendet und während der Mongolenherrschaft der Yuan auch in der Militärmusik eingesetzt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts lebten viele umherziehende Straßenmusiker vom Erhu-Spiel, deren berühmtester Vertreter der blinde Abing aus Wuxi war. Heutzutage ist die Erhu Hauptinstrument der Nationaloper und hat im chinesischen Orchester eine ebenso wichtige Funktion wie die Geige im westlichen Sinfonieorchester, in der U-Musik wird sie gerne als Soloinstrument eingesetzt. 


Gao-Hu

ist das kleinste Instrument der Huqin-Familie, sie wurde ca. 1920 aus der Erhu entwickelt, die Klangfarbe ist heller und nicht so weich, der Tonumfang ist etwa eine Quarte höher. Gaohu wird vor allem in der Musik aus Guan-Dong (Kanton) inSüdostchina eingesetzt.








Jinghu

Die Jinghu gibt es schon seit dem Jahre 1785. Hierbei handelt es sich um eines der Hauptinstrumente, das die Pekingoper begleitet. Die chinesische Jinghu besitzt einen mit Schlangenhaut bespannten Bambuskorpus. Der mit Roßhaar bespannte Bambusbogen wird zwischen den beiden Saiten gestrichen.





Guqin

Die Guqin ist ein siebensaitiges, sehr traditionsreiches, chinesisches Zupfinstrument. Bereits in der Zeit vor Christus wurde mit der Guqin musiziert.
Sie galt früher ausschließlich als Hofinstrument.
Der Klangkörper wird aus einer speziellen Holzart nach traditionellem Verfahren lackiert. Die Obertöne sind durch dreizehn runde Knöpfe aus Gold oder Jade auf dem königlichen Instrument markiert.

Die Guqin klingt ähnlich wie eine Harfe, jedoch mit einer vielfältigen Variation.